Die Mehrwertsteuer als Unternehmenskiller

Finden Sie sich im heutigen MWSt-Dschungel noch zu Recht? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Seit der Ablösung der Warenumsatzsteuer durch die Mehrwertsteuer im Jahre 1995 hat sich der Gesetzesdschungel stets verdichtet. Mittlerweile sind wir bereits soweit, dass sogar staatliche Betriebe Mühe haben die MWSt zu verstehen und korrekt anzuwenden. Da fragt man sich zu Recht, wie normale Betriebe dieses Dickicht an Gesetzen noch verstehen sollen. Wenn Sie schon einmal eine Mehrwertsteuerrevision hatten, dann wissen Sie, dass sich die Revisoren selten ohne Aufrechnung zufriedengeben. Solche Aufrechnungen können aufgrund der Grösse der Beträge für die Unternehmung ein erhebliches Unternehmensfortführungsrisiko darstellen.

Anbei zeigen wir Ihnen 5 der betraglich grössten MWSt-Risiken, bei denen Sie besonders aufpassen müssen. Diese können auch gelten, wenn Sie gar nicht bei der MWSt registriert sind:

  • Bezug von Dienstleistungen aus dem Ausland

    Bezieht ein MWSt-pflichtiges Unternehmen Dienstleistungen aus dem Ausland, so sind diese zu versteuern und können als Vorsteuer gleichzeitig zurückgefordert werden. Bezieht ein nicht MWSt-pflichtiges Unternehmen Dienstleistungen aus dem Ausland, so sind diese ab Fr. 10’000.- ohne gleichzeitiges Rückforderungsrecht abgabepflichtig.

  • Aufbewahrung von Unterlagen

    Sämtliche MWSt-relevanten Unterlagen müssen sechs Jahre (im Zusammenhang mit Liegenschaften sogar 26 Jahre) aufbewahrt werden. Insbesondere ist die Aufbewahrung von Exportnachweisen essentiell, da ohne diese die steuerbefreite Lieferung ins Ausland verfällt.

  • MWSt-Pflicht im Ausland

    Auch wenn gewisse Leistungen nicht der Schweizer Mehrwertsteuer unterliegen, so können diese doch grosse Risiken bergen. Bei Auslandgeschäften lohnt es sich abzuklären, ob nicht etwa durch die vorgenommenen Transaktionen eine Steuerpflicht im Ausland ausgelöst wird.

  • Vorsteuerkürzungen / gemischte Verwendung

    Gerade bei Betrieben oder Vereinen, welche ausgenommene Umsätze erzielen oder Subventionen erhalten, können die Vorsteuerkürzungen zu einem erheblichen Unternehmensrisiko werden. Insbesondere, wenn diese über die letzten fünf Jahre aufgerechnet würden. Eine vorgängige Abklärung ist auch in diesem Fall empfehlenswert.

  • Geschäfte mit Liegenschaften

    Bei Immobiliengeschäften ist immer eine besondere Vorsicht geboten. Der baugewerbliche Eigenverbrauch, die Nutzungsänderungen oder Optierungsmöglichkeiten sollten im Rahmen von Immobiliengeschäften immer sauber vorgängig abgeklärt werden.

Dieser Artikel soll keine Angstmacherei, sondern vielmehr eine Sensibilisierung auf gewisse Risiken darstellen. Häufig können durch vorgängige Abklärungen und korrekt hinterlegte Prozesse diese Risiken um ein Deutliches reduziert werden.

Gerne beraten wir Sie rund um das Thema Mehrwertsteuer.